Leere Herzen - Juli Zeh



  Preis: 20,00 € (gebundene Ausgabe) | 15,99 € (eBook)
Seitenanzahl: 352
Erscheinungsdatum: 18. November 2017
Verlag: Luchterhand Literaturverlag
Genre: Gesellschaftsroman, Polit-Thriller

Beschreibung: 
Sie sind desillusioniert und pragmatisch, und wohl gerade deshalb haben sie sich ‎erfolgreich in der Gesellschaft eingerichtet: Britta Söldner und ihr Geschäftspartner Babak Hamwi. Sie haben sich damit abgefunden, wie die Welt beschaffen ist, und wollen nicht länger verantwortlich sein für das, was schief läuft. Stattdessen haben sie gemeinsam eine kleine Firma aufgezogen, "Die Brücke", die sie beide reich gemacht hat. Was genau hinter der "Brücke" steckt, weiß glücklicherweise niemand so genau. Denn hinter der Fassade ihrer unscheinbaren Büroräume betreiben Britta und Babak ein lukratives Geschäft mit dem Tod.

Meine Meinung:

Halleluja, dieses Buch hatte es wirklich in sich! 
Mit dem Cover passend im Stil zu Juli Zehs Vorgängers, Unterleuten, stand auch dieser Roman hier verführerisch in meinem Bücherregal. Jedoch brauchte ich wirklich eine riesige Überwindung, um letztendlich wirklich zu dem Buch zu greifen, denn wir wissen ja, dass die Autorin nicht gerade dafür bekannt ist, vor sich hin plätschernde, harmonische Bücher zu schreiben. Oh nein! Und doch war es eine richtige Erfahrung und ein wahres Leseerlebnis mal wieder ein Buch von Juli Zeh zur Hand zu nehmen. 

"Wir haben keine Ahnung, wer wird sind. Sein wollen. Oder sollen." (Seite 47)

Da sich jetzt der ein oder andere wahrscheinlich fragen wird, warum denn plötzlich eine Rezension zu einem so ernsten Buch auf einem Blog online kommt, der sich eigentlich nur größtenteils mit Liebes- oder Fantasyromanen beschäftigt, dann schaut euch unbedingt das Video an, das ich unten verlinkt habe! Juli Zeh ist für mich eine unglaublich inspirierende, kluge und fortschrittliche Frau, von deren Eigenschaften man sich wirklich eine Scheibe abschneiden kann. Nachdem ich vor längerer Zeit Corpus Delicti von ihr gelesen habe, und außerdem absolut begeistert davon war, habe ich mir neulich vorgenommen, unbedingt mehr von ihr lesen zu wollen oder sogar zu müssen, da ihre Bücher wirklich den Horizont erweitern. 

Als ich nun zu ihrem neusten Buch griff, war ich überrascht, in welche Richtung dieses Buch geht. Auch dieser Roman geht in eine dystopische und gesellschaftskritische Richtung. Wir haben es hier nämlich mit einer Zukunft zu tun, in der Politik für den normalen Bürger eigentlich keine Rolle mehr spielt. Es wird sich nicht mehr darüber unterhalten, denn was gemacht wird, wird ja sowieso falsch gemacht und wenn man in irgendeinem Thema anderer Meinung ist als der "Mainstream", soll man doch auch gleich leise sein. Daher kann man doch auch gleich aufgeben, oder etwa nicht? 
Ein absolut spannender Ansatz, der in meinen Augen gar nicht allzu weit hergeholt ist, wenn man sich die reale Gegenwart mal anschaut. Dieser Meinung war wohl auch die Autorin, was sie in ihrer Welt dadurch kennzeichnet, dass unsere Protagonistin Britta immer wieder auf Ereignisse der Vergangenheit zurückblickt, die für den Leser noch gar nicht allzu weit zurückliegen. Darunter zählen zum Beispiel der Brexit, Trumps Aufstieg oder auch allein Angela Merkel, die wir noch immer als Kanzlerin und Oberhaupt Deutschlands über uns haben. All dies wurde von der Autorin clever verwoben und weiter-, wenn auch dreimal um die Ecke, gedacht. Diesbezüglich fungieren diese politischen, wirtschaftlichen oder auch kulturellen Ereignisse unserer heutigen Zeit in Juli Zehs Roman als Grundstein für das System und deren Gesellschaft. 

"Wie lange verzichtet sie schon auf das Schöne, nur, weil es ihr selbstverständlich erscheint?" (Seite 241)

Hier lässt sich schnell feststellen, dass die Autorin ihre Leser mal wieder ganz typisch auf ihre eigene Art und Weise zum Nachdenken anregt. In dieser Hinsicht bringt sie so interessante und kluge Gedankengänge ein, die fast schon in eine philosophische Richtung gehen, dass mir der Mund oft mal offen stehen geblieben ist. Betonen sollte man auch, dass ich keineswegs das Gefühl hatte, dass der Leser hierbei in irgendeine bestimmte politische Stellung gelenkt wird, da jeder Ansatz von vielen, ich würde schon fast sagen, allen möglichen Seiten beleuchtet wird. 

Wo dies aber so großzügig durchdacht und ausgebaut wurde, da ist hin und wieder beim konkreten Worldbuilding einiges ausgelassen wurden, was ich sehr schade fand. Ich hätte gern gewollt, dass die Autorin zumindest essentielle Bausteine ihrer Welt ausführlicher erklärt und diese nicht nur anreißt. Hier sind definitiv einige Fragen offen geblieben, die für mich auch nicht unter den Grundsatz fallen, den Leser selbst weiterdenken lassen zu wollen. Das, was einem nämlich hingeworfen wurde, zum Beispiel die "Sport ist öffentlich"-Bewegung, wurde gar nicht weiter erläutert. Ich weiß im Nachhinein lediglich, dass es meist mehrere Menschen sind, die bestimmte Klamotten tragen und zusammen Sport treiben. Tja. Aber was steckte denn dahinter? Wie kam es denn dazu? Welche Ziele verfolgt diese? Wird diese direkt vom Staat gefördert? Fragen über Fragen und das war nur ein einziges Beispiel. Durch diese Stellen kam es durchaus zu diffusen Stellen. 

"Heutzutage weiß doch keiner mehr, wofür oder wogegen er sein soll." (Seite 31)

Auch die Protagonisten waren hier mal wieder sehr ... speziell. Vor allem Britta selbst hat mich wirklich an Mia aus Corpus Delicti erinnert, was positive und auch negative Seiten hat. Zum einen sind diese weiblichen Hauptprotagonisten außergewöhnlich charakterstark, durchdacht und haben, auf gut Deutsch, Arsch in der Hose. Zum Anderen habe ich aber auch das Gefühl, dass diese immer ein kleines soziales Defizit haben. Es sind einfach keine Charaktere, mit denen man sich Eins-zu-Eins identifizieren kann, weil sie manchmal so komischen Handlungssträngen oder Dialogen folgen, auf die ich nie im Leben kommen würde. Aber ist es nicht genau das, was diese Geschichte so interessant macht? 
Andere zentrale Personen wie Babak, Janina oder Julietta waren abwechslungsreich, individuell und einfach interessant. Man hat sie einfach gern auf ihrem Weg begleitet. 

Eine weitere faszinierende Besonderheit bringt Juli Zehs Schreibstil mit sich, der zwar sehr kalt war und eine düstere Atmosphäre heraufbeschwor, aber die Geschichte durch und durch antrieb. Er passte wie die Faust aufs Auge auf den Roman, gerade weil er so symbolisch war. Gleichzeitig trieb er den Leser in den passenden Momenten durch die Seiten, während man die Zeilen an anderen Stellen immer und immer wieder lesen wollte, um sie sich möglichst gut einzuprägen und in den richtigen Momenten herauskramen zu können. 

Insgesamt ist die Geschichte einfach großartig inszeniert und unglaublich ausgeklügelt. Die Grundidee des Geschäfts von Tabak und Britta ist so abstoßend, dass es schon wieder genial ist. Aber hey, liegen Genie und Wahnsinn nicht immer nah beieinander? 
Verknüpft mit einem kleinen Mystery-Aspekt wird der Roman spannend wie ein Thriller und ein absoluter Pageturner. Mehr zur Geschichte an sich möchte ich eigentlich ungern verraten, das sollt ihr mal schön selbst lesen! 

Fazit:
Ein toller und gleichzeitig beängstigender Gesellschaftsroman aus Juli Zehs Feder. Spannend, erschreckend und vor allem hält es einem den Spiegel vor - oder viel mehr schlägt es einem den Spiegel mit vollem Schwung gegen den Kopf. Ich konnte unglaublich viel aus dem Roman mitnehmen!


4 von 5 Sternen

             
Quelle: YouTube

Und hier bekommt ihr es. ☺
Vielen Dank an den Luchterhand Verlag für dieses Rezensionsexemplar! ♥ 
Somit zählt diese Buchbesprechung (ebenso wie die zugehörigen Posts auf Instagram und Erwähnungen auf YouTube oder Goodreads) offiziell als Werbung. Ich betone aber, dass niemand meine Meinung erkauft. 

Falling: Ich kann dich nicht vergessen - Estelle Maskame



  Preis: 9.99 € (Broschiert) | 8,99 € (eBook)
Seitenanzahl: 352
Erscheinungsdatum: 10. April 2018
Verlag: Heyne
Originaltitel: Dare to Fall

Beschreibung: 
Eigentlich läuft alles gut für Kenzie – sie hat tolle Freunde, schulischen Erfolg, und ihr gutaussehender Exfreund will sie unbedingt zurückerobern. Aber tief innen weiß Kenzie, dass das Wichtigste in ihrem Leben fehlt. Und dass dieses Wichtigste Jaden ist – groß, athletisch, einfühlsam. Vor einem Jahr hatte sie sich unsterblich in ihn und sein schiefes Lächeln verliebt. Bevor ein Schicksalsschlag alles zerstörte. Nun ist Jaden plötzlich wieder da und kämpft um Kenzie. Aber kann sie sich ihm ganz öffnen und ihm ihr dunkelstes Geheimnis offenbaren? Kann sie sich wirklich fallen lassen? 

Meine Meinung:

Sobald ich das Cover des Buches zum ersten Mal sah, war ich verliebt und wusste, dass ich dieses Buch unbedingt lesen musste. Schon bei Estelle Maskames voriger Reihe, Dark Love, hat der Verlag richtig Gas gegeben, aber bei diesem Roman hier haben sie definitiv nochmal einen draufgesetzt. 

Auch nach dem ersten Kapitel hatte ich weiterhin ein gutes Gefühl, dass das Buch voll etwas für mich ist, auch wenn viele Leute etwas gegen die Bücher der Autorin einzuwenden haben. Ich persönlich war nämlich sofort ergriffen und gepackt von den emotionalen und sehr ernsten Themen des Buches. Unsere Protagonistin Kenzie hat es nämlich nicht ganz einfach zuhause, denn ihre Mutter ist stark alkoholsüchtig. Dass das als Tochter nicht ganz so einfach ist, ist wohl selbstverständlich. Des Weiteren wurde auch sehr gut auf Themen wie den Tod geliebter Menschen und damit abschließen zu können eingegangen, was mich erneut sehr bewegt und oft regelrecht erschüttert hat, denn jedem Menschen, dem so etwas schon einmal erlebt hat, wird dieses Buch etwas mitgeben können.

Hierbei konnte ich sofort mit Kenzie mitfühlen und -leiden, da sie in diesen Situationen oft Stärke und Durchhaltevermögen bewiesen hat. Allgemein muss ich sagen, dass ich mich anfangs noch ziemlich gut mit Kenzie identifizieren konnte, was aber leider im Laufe des Buches immer mehr abnahm. 
Und das war nicht nur in Bezug auf sie so. Auch die beiden anderen Jungs ihrer Dreierclique mochte ich zu Beginn des Buches unglaublich gern! Umso weiter die Geschichte sich jedoch entwickelte, umso komischer wurden die Handlungen aller Charaktere. Ich habe mich wirklich oft gefragt, was um alles in der Welt deren Gedanken sind. Für mich war hier vieles einfach gar nicht nachvollziehbar.  Daraus ging auch eine ganz merkwürdige Auflösung der Geschichte hervor, die in meinen Augen viel zu simpel und schnell war. Wenn man sich den Höhepunkt der Geschichte nämlich mal anschaut, was ungelogen ein harter Brocken war, und sich selbst überlegt, wie man in dieser Situation handeln würde, sieht das ganz anders aus. Das hat mir die Geschichte leider etwas kaputt gemacht.

Besser umgesetzt war aber die Liebesgeschichte des Romans. Zwar ist diese auch von Anfang an schon sehr vorhersehbar gewesen (was ja aber nichts Neues in diesem Genre ist)jedoch hatte man wirklich das Gefühl, dass sich die Entwicklung der Beziehung auch im wahren Leben so abspielen könnte. Die Annäherung der Charaktere war einfach absolut romantisch und toll inszeniert. Man hatte als Leser selbst das Gefühl sich von Seite zu Seite mehr zu verlieben! 


Besonders gespannt war ich ja auch auf das Setting des Buches. Unsere Protagonisten wohnen nämlich in keiner typischen Kleinstadt. Nein, sie wohnen zwischen Bergen und Seen, wie man es vom Cover auch schon erahnen kann. Insgesamt hatte ich einen tollen Bezug dazu, aber ich hätte mir gern die ein oder andere Szene gewünscht, die sich noch ein wenig mehr auf diese besondere Landschaft konzentriert. Einfach, damit man ein besseres Gespür für die Lebensweise unserer Charaktere bekommt. Zwar wurde im Buch auch direkt nochmal gesagt, dass Kenzie selbst den Ort als nichts wirklich Besonderes ansieht, weil sie immerhin schon ihr ganzes Leben dort verbracht hat, was als Erklärung ja nicht unrealistisch ist. Trotzdem hätte es mir persönlich das Buch noch ein bisschen mehr versüßt! 

Was für mich persönlich sehr ungewöhnlich war, war, dass ich mich in der Atmosphäre des Buches gar nicht wohlfühlen konnte. Normalerweise bin ich jemand, der sich gut in Bücher fallen  und sich auch durch kleinste Dinge davon begeistern lassen kann, aber ich muss echt zugeben, dass mir hier irgendwas gefehlt hat. Ich kann leider nicht sagen, ob es daran lag, dass mir die Charaktere immer mehr missfallen sind oder dass es vielleicht zu viele unangenehme Situationen waren, in denen diese gesteckt haben, oder, oder, oder ... Ich weiß es wirklich nicht! 

Trotzdem muss man sagen, dass der Schreibstil der Autorin grandios ist! Sie hat die Tinte wirklich im Blut und dadurch eine Ader dafür, Szenen klangvoll, detailliert und gut vorstellbar niederzuschreiben, auch wenn öfter mal einiges wiederholt wurde. Vielleicht hätte ich mir ja gerade aus diesem Grund ein paar mehr Szenen gewünscht, die auch Landschaftsportraits im Kopf des Lesers zum Leben erwecken, denn ich weiß, dass Estelle Maskame es unglaublich meistern würde! An dieser Stelle möchte ich auch nochmal anmerken, dass die Autorin gerade mal zarte zwanzig Jahre alt ist und das, meine Freunde, ist wirklich eine Leistung. Das nenne ich mal ein Naturtalent. 

Fazit:
Bei diesem Roman bin ich wirklich hin- und hergerissen. Der Schreibstil war grandios, die Liebesgeschichte zuckersüß und die ernsteren Themen super umgesetzt. Trotzdem bin ich einfach nicht vollends mit den Charakteren warm geworden und konnte mich nicht ganz so ins Buch fallen lassen, weil mir irgendwas ein ganz unangenehmes Gefühl bezüglich der Atmosphäre gegeben hat. 


3,5 von 5 Sternen

Und hier bekommt ihr es. ☺
 Amazon 
 Thalia 


Vielen Dank an den Heyne Verlag für dieses Rezensionsexemplar! ♥ 
Somit zählt diese Buchbesprechung (ebenso wie die zugehörigen Posts auf Instagram und Erwähnungen auf YouTube oder Goodreads) offiziell als Werbung. Ich betone aber, dass niemand meine Meinung erkauft. 

When It's Real - Erin Watt











  Preis: 9,99 € (eBook) | 12,99 € (Print)
Seitenanzahl: 448
Erscheinungsdatum: 01. März 2018
Verlag: Piper
Originaltitel: When It's Real

Beschreibung: 
Unter normalen Umständen hätten sich Oakley und Vaughn wohl nie kennengelernt. Während sich die siebzehnjährige Vaughn seit dem Tod ihrer Eltern um ihre Geschwister kümmern muss, ist das Leben des neunzehnjährigen Oakley eine einzige Party. Als Rockstar hat er sich nicht nur eine Bad-Boy-Attitüde zugelegt, sondern auch jede Menge Groupies. Dann beschließt sein Management, dass er dringend ein besseres Image braucht. Vaughn soll ein Jahr lang Oakleys Freundin spielen. Doch die beiden können sich auf den Tod nicht ausstehen. Während die gesamte Presse rätselt, wer das neue Mädchen an Oakleys Seite ist, muss sich Vaughn fragen: Kann sie sich selbst treu bleiben in dieser Welt voller Glitzer, Glamour und Gerüchte?


Meine Meinung:

Heute gibt es von mir mal wieder eine absolute Kaufempfehlung, denn When It's Real hat sich wirklich in mein Herz geschlichen! 
Der Roman des Autorenduos, bestehend aus Elle Kennedy und Jen Frederick, überzeugte mich schon von der ersten Seite an. Zwar waren diese sozusagen eigentlich nichts Neues für mich, da ich bis jetzt schon die ersten beiden Bücher der Piper-Reihe gelesen habe, aber in meinen Augen muss man zwischen diesen beiden Geschichten eine klare Trennlinie setzen, denn wo Paper Princess (beziehungsweise Prince) mich skeptisch gemacht hat, ließ mich dieses Buch hier vollkommen auf Wolke Sieben schweben! 

Unter diesem zuckersüßen Cover, das ich bis jetzt leider nur als eBook besitze (Aber nicht mehr lange: dieses Buch verdient einen Ehrenplatz in meinem Regal!), versteckt sich eine romantische und spannende Geschichte, die jedes Herz höher schlagen lassen wird. 
Das Ganze beginnt schon bei diesem super sympathischen und humorvollen Schreibstil, der vor allem die erste Hälfte des Buches dominiert. An diesen Stellen musste ich so oft grinsen oder sogar laut lachen, was mir nur äußerst selten bei Büchern passiert.
Im Laufe des Buches, umso ernster die Geschichte also wird, umso besser passt sich dieser auch der Gefühlslage der Charaktere und der Leser an, und wird an der ein oder anderen Stelle beinahe kunstvoll. Insgesamt wird dieser auch von sehr ausführlichen und detailgetreuen Beschreibungen der Personen oder Umgebungen geprägt, was dies zu einem tollen Leseerlebnis macht, weil man sich alles bis hin zum Kleinsten vorstellen kann. 

Auch die Charaktere waren ein absoluter Pluspunkt, den das Buch mit sich zieht. Abwechselnd begleiten wir hier Vaughn und Oakley in ihren Kapiteln, die aus dem Ich-Erzähler verfasst sind. Nachdem ich zuletzt ein Buch gelesen habe, in dem dies nicht der Fall war, habe ich gerade diesen Punkt wieder sehr genossen. Man kann sich spielend leicht in die Charaktere einfühlen und hineinversetzen, teilt ihr Leiden und ihr Lieben und schließt sie voll und ganz ins Herz. 
Wie die Protagonisten unserer Geschichte gezeichnet waren, hat mir besonders gefallen. Ella ist für ihre siebzehn Jahre schon ein sehr reifer, taffer und selbstbewusster Charakter (wenn auch ein wenig verpeilt), was vor allem daran liegt, dass sie nun mal zeitig erwachsen werden musste, nachdem ihre Eltern gestorben sind. Ihrer großen Schwester Paisley versucht sie so gut wie möglich unter die Arme zu greifen, indem sie ihre Schule schon eher abschloss und sich nun um deren kleine Brüder kümmert und nebenbei jobben geht. 
Als Paisley nun das Angebot bekommt, ihre kleine Schwester die neue Freundin des Teenie-Stars Oakley spielen zu lassen, krachen also Welten aufeinander, die nicht hätten unterschiedlicher sein können. 
Zu Oakley kann ich nur sagen ... dass ich ihn heiraten will. Bitte? 
Er war wirklich die Krönung der Charaktere, da man vor allem durch ihn einen nachvollziehbaren und wahrscheinlich auch sehr realistischen Einblick in die Welt hinter dem Rampenlicht bekommt. Die Autorinnen haben hiermit den Nagel auf den Kopf getroffen.
Besonders übertroffen haben sie sich dann auch noch in der Gestaltung der Nebencharaktere und der Entwicklung der Beziehungen untereinander. Während Oakley und Vaughn anfangs wirklich gar keinen Bock aufeinander haben - vor allem weil Vaughn doch noch einen Freund hat, den sie nun geheimgehalten muss -, spürt man die Einheit, die Vaughn und ihre Familie zusammen bilden. Im Laufe des Buches ist mir so oft warm ums Herz geworden, weil ich mich einfach so wohl gefühlt habe! Gelungen an den Beziehungen der Charaktere untereinander ist vor allem, dass das Ganze auf einer nachvollziehbaren Ebene passiert. Kein Charakter ist hier nur gut oder böse, denn alles hat hier seinen Grund, seine Ordnung und passiert nicht aus dem Nichts hinaus. (*HUST* The Ivy Years *HUST*)
Ich hatte am Ende des Buches, ohne zu Lügen, so starke, ausgeprägte Gefühle für die Protagonisten und Nebencharaktere, als würde ich sie schon über mehrere Bände begleiten. Zu schade, dass es bei diesem Einteiler bleibt. 

Wie viele andere Young und New Adult Bücher ist dieses Buch auch eher charaktergelenkt und setzt sich stark mit dem Thema der Selbstfindung auseinander, womit sich so ziemlich jeder Mensch, der schon die Schule abgeschlossen hat und überlegen musste, welchen Weg er jetzt gehen soll, identifizieren kann. 

Natürlich muss man auch hier gestehen, dass das Buch nichts Weltneues ist und man, wenn man schon den ein oder anderen YA/NA-Roman gelesen hat, weiß, worauf die Geschichte hinausläuft - aber Leute, wer sagt denn, dass das schlecht ist? Dieses Buch ist perfekt für den Sommer und Zwischendurch. Nichts allzu Anspruchsvolles, aber trotzdem spannend, unterhaltsam und superniedlich, dass man es in einem Rutsch durchlesen möchte. 

Fazit:
Dieses Buch ist wie Schokolade - gut für die Seele und hinterlässt ein schönes, warmes Gefühl im Bauch! Ein wahrer Genuss!


5 von 5 Sternen

Und hier bekommt ihr es. ☺
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 Thalia 


Vielen Dank an den Piper Verlag und NetGalley für dieses Rezensionsexemplar! ♥ 
Somit zählt diese Buchbesprechung (ebenso wie die zugehörigen Posts auf Instagram und Erwähnungen auf YouTube oder Goodreads) offiziell als Werbung. Ich betone aber, dass niemand meine Meinung erkauft. 

Raw Deal - Cherrie Lynn


  Preis: 6,99 € (eBook)
Seitenanzahl: 386
Reihe: Larson Brothers 1
Erscheinungsdatum: 05. April 2018
Verlag: LYX.digital
Originaltitel: Raw Deal

Beschreibung: 
Wie können dieselben Hände, die meinen Bruder getötet haben, meine halten, als wäre ich das Kostbarste auf der Welt? 
Als ihr Bruder in einem Cagefight gegen den berüchtigten Mike "Red Reaper" Larson ums Leben kommt, bricht für Savannah eine Welt zusammen. Und als Mike auf der Beerdigung auftaucht, am Boden zerstört, voller Schuld und auf der Suche nach ihrer Vergebung, bricht ihr Herz ein weiteres Mal. Von seiner Brutalität und Besessenheit, die er im Ring zeigt, ist nichts mehr zu spüren, und je mehr Zeit sie mit Mike verbringt, desto tiefer verliert sie sich in dem Mann, den ihre Familie abgrundtief hasst. Ihre Liebe ist verboten und voller Gefahr. Doch wie soll Savannah von dem Mann loskommen, der nicht nur ihren Körper sondern auch ihr Herz in Flammen setzt? 


Meine Meinung:
Derzeit erscheinen ja doch mehrere Bücher, die sich mit der Thematik auseinandersetzen, dass unser "Love Interest" des Buches etwas mit dem Tod eines Familienmitglieds der Protagonistin zu tun hatte - für mich war dieser Roman jedoch Neuland und vor allem dieser Konflikt etwas ganz Spannendes, was mich richtig neugierig gemacht hat! 

Leider musste ich aber gleich zum Anfang des Buches feststellen, dass die Geschichte in der dritten Person von einem auktorialen Erzähler verfasst ist, was mir einen kleinen Kloß im Halse verschafft hat. An dieser Stelle eine Bemerkung an mich selbst: Lies dir endlich mal die Leseprobe durch, statt dich immer blind auf den Klappentext zu verlassen. Denn wie ihr sehen könnt, wirbt der Verlag in diesem mit einem Zitat - wie ich zumindest dachte - eines Ich-Erzählers. Leider nein. 
In einem New Adult Roman ist das für mich wirklich ein No-Go und hätte ich mir die Leseprobe durchgelesen (was ich mir demnächst definitiv mal angewöhnen werde), hätte ich das Buch nicht lesen wollen. In diesem Genre möchte ich einfach von meinem kleinen Zeh bis zum Haaransatz in den Protagonisten drinstecken, mit ihnen lachen, weinen und lieben und diese Geschichte einfach für mich selbst erleben, was hier leider nicht der Fall war. Ich fühlte mich viel mehr wie ein Geist, der unseren beiden Protagonisten an den Fersen klebt und nicht wegkann. 
Ich hatte ein wirklich großes, beinahe riesiges Problem mit dem Schreibstil, was sich auf alle anderen Faktoren des Buches ausgewirkt hat. Für mich wirkte dieser an den falschen Stellen zu schnulzig, an den passenderen Stellen zu kalt und abwesend. Viele Dialoge klangen extrem aufgesetzt und einfach dahingeschrieben - ob das an der Übersetzung lag? Ich weiß es nicht! 
Die Folge daraus war dann leider, dass ich das Buch an kaum einer Stelle genießen konnte und mich eigentlich nur zum schnellen Lesen motivierte, um es bald hinter mir zu haben. 

Besser wurde es auch nicht, als ich mitbekam, dass die Protagonisten mindestens zehn Jahre älter als ich waren. Da war dann wirklich nicht mehr viel vom Identifizieren mit den Charakteren übrig. 
An sich waren diese aber durchaus erfrischend. Mike Larson war nämlich trotz seiner Leidenschaft zum Kämpfen kein absoluter Bad Boy und das fand ich gut! Er hatte sein Herz definitiv an der richtigen Stelle, auch wenn er hin und wieder wirklich fragwürdige Sätze von sich gegeben hat. Ein kleines spoilerfreies Beispiel: Savannah verliert in einer Szene des Buches ihren Ohrring. Das erste, was ihm aber dabei durch den Kopf geht, ist, dass er jetzt seine Zeit nicht damit verschwenden will, so einen billigen Ohrstecker zu suchen. Ähm? Für mich klang das wirklich abwertend und unsympathisch - der Ton macht es in diesem Fall einfach. 
Savannah dagegen war wirklich eine Liebe! Sie hat mir gut gefallen, gerade weil sie sich in vielen Situation sehr nachvollziehbar verhalten hat. Wäre ich also mindestens 5 Jahre älter, hätte ich mich sicher gut mit ihr identifizieren können. Dafür, dass ich aber nun mal erst so alt bin, wie ich eben bin, war sie für mich kein Charakter, der sonderlich aus der Geschichte herausgestochen ist. 

Der Autorin ist es hierbei aber erstaunlich gut gelungen, dem Leser die Gefühlswelt der Protagonisten trotz des Er-Erzählers glaubwürdig zu vermitteln. Savannahs Schmerz, die Trauer um ihren Bruder und der mit sich kommende Konflikt, sich nun zu Mike hingezogen zu fühlen, wurde atemberaubend gut umgesetzt. Ich habe ihr das voll und ganz abgenommen! Diese Gefühle im Roman entwickeln sich so zart und werden zwischen den Extremen hin- und hergerissen, dass sie wirklich bei mir ankamen. Dass sich so etwas im echten Leben aber trotzdem wahrscheinlich nie ergeben würde, sei mal beiseite gestellt. Zumindest ich könnte schwer über so ein Erlebnis hinwegsehen. 
Auch die Bindung der Charaktere zu deren Familien war sehr greifbar und schön geschrieben! Ich habe mich hier wirklich wohl gut aufgehoben gefühlt. 

Ebenso gut umgesetzt wie auch recherchiert erschien mir die ganze Thematik des Kämpfens als Unterhaltungs- und Sportart. Cherrie Lynn hat an dieser Stelle wahres Fachwissen einfließen und die ganze Szenerie sehr echt wirken lassen. Da ich mich persönlich aber nicht unbedingt für die Sportarten interessiere, bei denen sich Menschen gegenseitig die Augen blau schlagen, kam mir das Buch an der ein oder anderen Stelle wirklich langatmig vor. Ich hatte nie das Bedürfnis, unbedingt wissen zu wollen, wie die Geschichte sich nun weiterentwickelt. 

Ein Wörtchen sollte man hierbei vielleicht noch daran verlieren, dass das Buch auch durchaus mehr erotische Szenen beinhaltet als beispielsweise ein normaler New Adult Roman. Ich bin auch hiervon nicht der größte Fan, lieber habe ich einen richtig guten Tiefgang in der Storyline, als die Spannung durch diese Elemente anzukurbeln. Und dafür, dass ich nicht der stärkste Fürsprecher davon bin, war es in meinen Augen gar nicht so schlimm! Die Szenen wirkten sehr geschmackvoll und waren in einem angemessenen Maße angesetzt, sodass man letztendlich nicht nur die Seiten überfliegen und zur richtigen Handlung zurückkehren wollte.

Fazit:
Insgesamt war das Ganze leider nicht ganz meins! Ich hatte einen totalen Abstand zu den Protagonisten des Buches, worin ich vor allem den Schreibstil als Ursache sehe. Die Grund-Thematik wurde aber durchaus gut umgesetzt. Ich schätze einfach, dass ich nicht ganze der Alters- und Zielgruppe entspreche, die die Autorin hiermit erreichen will. 

3 von 5 Sternen

Und hier bekommt ihr es. ☺
 Amazon 
 Thalia 


Vielen Dank an den LYX Verlag und NetGalley für dieses Rezensionsexemplar! ♥ 
Somit zählt diese Buchbesprechung (ebenso wie die zugehörigen Posts auf Instagram und Erwähnungen auf YouTube oder Goodreads) offiziell als Werbung. Ich betone aber, dass niemand meine Meinung erkauft.