Das Gutshaus: Glanzvolle Zeiten - Anne Jacobs


Hallihallo, ihr Lieben! 
Gleich am Anfang wollte ich hier mal eine Begrüßung an alle neuen Abonnenten aussprechen: Schön, euch an Bord zu haben! ♥ An alle anderen, die schon länger dabei sind, gibt's aber ein noch viel größeres Dankeschön. Ich bin immer wieder froh, eure Nachrichten zu lesen und mich mit euch austauschen zu können, auch wenn ich es derzeit nicht schaffe, so aktiv wie normal zu sein. Denn leider neigt sich mein erstes Semester in der Welt der Germanistik schon dem Ende zu und damit geht's auch auf die Prüfungsphase zu - oje! -, aber das ist ein anderes Thema ... 
Jetzt geht's erstmal los mit der Rezension! ☺

  Preis: 10,99 €
Seitenanzahl: 544
Reihe: Die Gutshaus Saga 1
Erscheinungsdatum: 13. November 2017
Verlag: Blanvalet

Beschreibung: 
Seit Jahrhunderten in Familienhand, verloren und wiedergefunden – ein Gutshaus, eine Familie und ein dramatisches Schicksal …
Franziska kann es nicht glauben: Endlich ist sie wieder in ihrer Heimat auf Gut Dranitz. In den Wirren des zweiten Weltkriegs musste sie das herrschaftliche Anwesen im Osten verlassen. Lange gab es keinen Weg zurück. Trotzdem ließ sie die Sehnsucht nicht mehr los. Nie konnte sie die glanzvollen Zeiten vor dem Krieg vergessen, ihre Träume und Wünsche von einem Leben an der Seite ihrer großen Liebe Walter Iversen. Alles schien möglich. Doch der Krieg trennte die Liebenden und machte ihre Träume zunichte. Aber Franziska gab die Hoffnung nie auf ...

Meine Meinung:


Sieht dieses Buch nicht wunderschön aus? Selten habe ich so schöne Cover für historische Romane gesehen wie die von Anne Jacobs. Und wie wir alle so schön wissen: Aussehen zieht an, Charaktere, nein falsch, Geschichte hält fest. So ist's richtig! 
Wenn ich dieses atemberaubende Cover anschaue, stelle ich mir also eine Geschichte um 1900 bis 1950 vor. Ein Blick auf den Klappentext sagt uns: Ja, das könnte stimmen! 

Aber leider, leider, leider sollte es nicht sein, denn die gute, alte Beschreibung verrät nur die Hälfte ... Oder eher ein Sechstel. Wenn man das Buch nämlich einmal genauer unter die Lupe nimmt und sich den Text auf dem Flügel der Klappenbroschur durchliest, bekommt man erstmal mit, dass es sich hier um keine tragische Liebesgeschichte der Vorkriegszeit handelt. Oh nein, das hier ist viel mehr eine Familiengeschichte zur Zeit der Wende ... Ja, der Wende. 
Was war da nochmal auf dem Cover? Ein junges, zartes Mädchen. Eine prächtige Villa. Sommerliche, strahlende Farben.
Im Nachhinein kommt es mir wirklich so vor, als wäre es das ganze Gegenteil der Geschichte, die wir im Buch vorfinden, und wenn ich das gewusst hätte, hätte ich niemals zu diesem Buch gegriffen, denn auch wenn die Zeit der DDR und BRD sowie der Wiedervereinigung unbestreitbar ein großer, wichtiger und nicht wegzudenkender Teil der deutschen Geschichte ist, kann ich leider gar nichts damit anfangen. Vor allem kein fünfhundertseitiges Buch darüber lesen. 
Also an alle, die mit dem Gedanken spielen, das Buch zu kaufen: Lest unbedingt die Leseprobe und nicht nur die Buchbeschreibung, die überall zu finden ist und ein völlig falsches Licht auf die Geschichte wirft - zumindest meiner Meinung nach. 

Angefangen hat es aber eigentlich ganz gut, nämlich mit der Geschichte, die ich hören wollte. Stellenweise (ja, damit ist das oben angedeutete Sechstel des Buches gemeint) verfolgen wir nämlich die junge Franziska, die frisch verliebt in den zweiten Weltkrieg hineinrutscht, und Halleluja, diese Passagen haben es mir echt angetan. Hier habe ich alles gefunden, wonach ich mich gesehnt habe. Eine tolle Atmosphäre, ein tolles Familienbild, eine zarte, aufblühende Liebesgeschichte, den alten, ganz klassischen Lebensstil - ich fand's toll! 
Aber dann kam der erste Schock, plötzlich war die liebe Franziska kein frisches Blümchen mehr, nein, sie war eine ausgewachsene, modrige Dornenhecke. Damit meine ich jetzt nicht ihr Alter, um Himmels Willen, ich kenne so viele siebzigjährige, die noch klasse drauf sind. Aber sie, sie war einfach eine Furie: festgefahren, eitel, von oben herab. Furchtbar. 
Als ich diesen Umschwung verdaut hatte und gerade dachte, es würde nun wieder bergauf gehen, indem das Buch wieder ein paar Rückblenden geben würde, folgte der nächste Streich. Plötzlich kam nämlich eine gewisse Jenny ins Spiel. Sie ist, wie man im Nachhinein erfährt, Franziskas Enkelin, aber sie hat nichts mit der jungen, liebevollen Franziska von1939 gemeinsam, sondern ist nur ein noch viel schlimmeres Abbild der jetzigen. Ohne zu spoilern, weil diese Szene nichts zur wirklichen Geschichte beiträgt, möchte ich euch mal eine kleine Szene erläutern: Jenny hat eine Affäre mit ihrem Chef. Dieser hat nicht nur eine Frau zuhause sitzen, nein, auch zwei Kinder. Die liebe Jenny will aber natürlich schon lange, dass ihre Affäre endlich mal seine Frau sitzen lässt und findet es total unverständlich, dass er immer seine Kinder vorschiebt. Als er dies auch noch wirklich tut und zu Jenny flüchtet, geht er ihr permanent auf den Zeiger. Ist ja aber auch echt schlimm, einen schnarchenden, sich etwas breit machenden Mann im Bett liegen zu haben. Und dass er es nicht mag nur Rührei zu essen, weil sie nichts anderes mehr im Kühlschrank hat, ist natürlich ganz unausstehlich. Ach, und noch ein kleiner Funfact: wenn sie gerade mal nicht dabei ist, sich über ihn aufzuregen oder daran zu denken, dass sie absolut keinen Bock darauf hat, auch nur irgendwie mit seinen Kindern umgehen zu müssen, nennt sie ihn ganz liebevoll "Papa". Ja, auch nach oder beim Techtelmechtel. Nein, gar nicht eklig - stellt man sich doch gern vor. (Okay, das war's jetzt mit der Ironie.)
Ich glaube, mehr muss ich zu den Charakteren nicht mehr sagen. Ebenso einfach ist es hoffentlich zu verstehen, dass die beiden Protagonisten das Lesen zu keinem Spaß gemacht haben. Gar nicht. Im Gegenteil. 

Die Entwicklung der Geschichte hat mir leider auch nicht wirklich zugesagt. Mir kam es teilweise einfach viel zu scheinheilig, einseitig und oberflächlich vor. Als wöllte die Autorin unbedingt eine absolut rührende Geschichte zaubern und dabei einen Salzstreuer voller Klischees auf ihre Tastatur rieseln lassen. 

Kombiniert mit dem hölzernen, gefühllosen, fast schon kalten Schreibstil war das keine tolle Leistung. Am Anfang habe ich noch gedacht, dass man sich an dieses gewöhnen könnte, wie man das auch macht, wenn man zum Beispiel den Er-Erzähler nicht mag: irgendwann geht das schon. Aber es ging nicht. Man fühlt sich einfach nicht integriert. Der Stil konnte einen weder fesseln noch überhaupt packen. Er hat einen einfach draußen im Regen stehen lassen. 


Fazit:
Ich habe echt das Gefühl, dass dieses Buch einen Ticken zu viel von dem, was ich gar nicht mag, hatte, sodass ich dann einfach nur noch völlig schwarzsehen konnte. Versteht ihr, was ich meine? Ein paar Sachen haben mir einfach viel zu schlechte Laune gemacht, wodurch ich dann auch gar keinen Spaß mehr an der Geschichte hatte, nicht mal an Sachen, die ich in anderen Büchern vielleicht übersehen oder gar gemocht hätte.
Wenn man sich vielleicht mehr mit den Themen zur DDR, BRD und Wende identifizieren kann, kann das Buch sicherlich unterhaltsam sein (auch wenn das die furchtbaren Charaktere und den grottigen Schreibstil nicht wettmacht).
Die vereinzelten Passagen über die längst vergangene Vorkriegszeit fand ich aber ziemlich gelungen. Bitte mehr davon!


2 von 5 Sternen

Und hier bekommt ihr es. ☺
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 Thalia 


Auch wenn das Buch gar nichts für mich war, bedanke ich mich natürlich ganz herzlich beim Blanvalet Verlag und dem Bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar! ♥ 
Somit zählt diese Buchbesprechung offiziell als Werbung. Ich betone aber, dass niemand meine Meinung erkauft. 

Herrscherin der tausend Sonnen - Rhoda Belleza


  Preis: 14,99 €
Seitenanzahl: 400
Reihe: Herrscherin der tausend Sonnen 1
Erscheinungsdatum: 30. Oktober 2017
Verlag: cbt
Originaltitel: Dominion - Empress of a thousand Skies

Beschreibung: 
Prinzessin Rhee Ta'an beherrscht das Schwert meisterhaft und will nur eins: Rache. Nachdem ihre Familie ausgelöscht wurde, ist sie für den korrupten Kronregenten lediglich eine Marionette. Jetzt, mit fast 16, wird sie die Kaiserkrone tragen und hofft, endlich die Mörder ihrer Angehörigen zu bestrafen. Doch dann entkommt Rhee selbst nur knapp einem Anschlag und muss untertauchen. Zur gleichen Zeit verschwindet ihr vermeintlicher Mörder – Pilot Alyosha, eben noch galaktischer Superstar, nun von der Regierung gejagter Verbrecher. Aly und Rhee ahnen noch nicht, dass das Schicksal der ganzen Galaxie in ihren Händen liegt: Eine dunkle Macht droht ihre Welt in einen interplanetaren Krieg zu stürzen ...

Meine Meinung:

Heute soll es um ein Buch gehen, das alle Fans von Marissa Meyer, Victoria Aveyard und Star Wars überzeugen können soll. Ich - mal wieder total perfekt - habe natürlich weder ein Buch der Autorinnen gelesen (auch wenn die ersten Teile ihrer Reihen schon auf dem SuB liegen) noch den Film des wahrscheinlich größten SciFi-Abenteuers unserer Zeit gesehen. Toll gelaufen! ☺
Ich wollte das Buch aus dem Grund lesen, dass ich Rat der Neun von Veronica Roth (wahrscheinlich als einziger Mensch auf der Welt) wirklich toll fand und der Roman ja in etwa dieselbe Richtung geht. Demzufolge konnte es mich wirklich begeistern. Nicht nur das, es hat mich sogar dazu ermutigt, mich an Star Wars heranzutrauen, worum ich bisher eigentlich einen Bogen gemacht habe, weil ich dachte, dass es nichts für mich sei. 

Aber kommen wir nun wirklich zum Buch, welches ich nicht nur als spannend und fesselnd sondern auch als total mitreißend empfand. Von der ersten Seite an, gingen mir die Geschichte und deren Charaktere unentwegt unter die Haut. So sehr, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte. Wortwörtlich - da war nicht mal ein neuer Tee zwischen den Kapiteln drin. 
Viele Kapitel enden mit toll konstruierten und im Nachhinein sehr logischen Cliffhangern, die die Spannung immer mehr ankurbeln und die Seiten nur so dahinfliegen lassen. 
Leider konnte ich schon viele Wendungen erahnen, aber mehr will ich dazu auch gar nicht sagen, vielleicht werden sie euch ja doch erschrecken, denn ich bin ja immerhin nicht die Norm. ☺

Die Handlungsstränge entwickeln sich sehr rasant, aber dennoch realistisch und nachvollziehbar. Damit meine ich, dass die Protagonisten zum Beispiel auch erstmal verschiedene und sogar falsche Wege ansteuern, um eine Lösung des Problems zu finden. Das ist ja an vielen Büchern das Unrealistischste überhaupt - Protagonist trifft auf Problem, schmollt kurz, schließt sich mit jemandem zusammen und findet tolle Lösung, was zu dem Happy End führt. Totaler Quatsch und daher umso besser, dass das hier nicht der Fall ist.

Total gelungen war vor allem das greifbare und lebendige Settting des Buches, das auch an Guardians of the Galaxy, Rat der Neun oder auch Valerian erinnert. Viele Planeten mit noch mehr kuriosen, aber einzigartigen Bewohnern, die zwar immer menschliche Eigenschaften aufweisen, aber von ihrem Aussehen und ihren Eigenschaften wirklich kurios und fantastisch beschrieben werden. Es hat so Spaß gemacht, in diese Welt einzutauchen und mit den Protagonisten in ihren Raumschiffen von Planet zu Planet zu reisen.
Hierbei hat es mir eine Andeutung ganz besonders angetan, die auch aufs wahre Leben anwendbar ist: der regelrechte Rassismus und die kalte Unterdrückung der Wraetaner, den Bewohnern des von allen gehassten Wraeta. 

Außerdem konnten mich unsere Protagonisten Rhee und Aly, sowie deren Begleiter Dahlen, Kara und Vincent, enorm von sich überzeugen. Kapitelweise teilen sich diese die Storyline des Buches und geben dem Leser den Einblick auf beide Charaktere, bis sich die Parallelhandlungen durch eine geniale Wendung annähern.
Rhee ist eine selbstbewusste, eigensinnige und taffe Protagonistin. Mit ihren 16 Jahren ist sie schon sehr reif und klar, was ihr Bestreben angeht, manchmal vielleicht etwas überstürzt, aber keinesfalls naiv! Ich konnte mich zwar nicht unbedingt mit ihr identifizieren, habe es aber sehr genossen, sie auf ihrer Reise zu begleiten und ihre Stärke zu bewundern.
In wem ich mich viel besser wiedererkennen konnte, war Aly. Er ist nicht unbedingt der "typische" Superstar und genießt die Öffentlichkeit eher weniger - vor allem als er von einem auf den anderen Tag, an dem Mord der Prinzessin beschuldigt wird. Er ist einfach so sympathisch und in Verbindung mit seinem kleinen Begleiter Pavel, dem selbstgebauten Droiden, konnte er mir immer ein Lächeln entlocken. 

Was meine Gefühle jedoch etwas spaltet, ist das Cover. Ich weiß wirklich nicht, was ich davon halten soll. Natürlich ist es mehr als passend, wobei der Hintergrund echt fantastisch aussieht. Ein totaler Dorn im Auge ist aber das Mädchen, das Rhee darstellen soll. In meinen Augen sieht das nach so schlechtem Photoshop aus und wäre ohne sie weitaus schöner und harmonischer gewesen, ähnlich dem Cover der englischen Originalausgabe. 

Fazit:
Unterhaltung erster Klasse: ein spektakuläres, galaktisches Setting mit düsterer Atmosphäre und einem gelungenen SciFi-Abenteuer größter Spannung. Ich kann den nächsten Teil gar nicht erwarten!



4,5 von 5 Sternen

Und hier bekommt ihr es. ☺
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 Thalia 

Vielen Dank an den cbt Verlag und das Bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar! ♥ 
Somit zählt diese Buchbesprechung offiziell als Werbung. Ich betone aber, dass niemand meine Meinung erkauft. 

Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr - Walter Moers, Lydia Rode


  Preis: 24,99 €
Seitenanzahl: 344
Reihe: Zamonien 8
Erscheinungsdatum: 28. August 2017
Verlag: Albrecht Knaus Verlag
Illustrationen: Lydia Rode

Beschreibung: 
Prinzessin Dylia, die sich selbst „Prinzessin Insomnia“ nennt, ist die schlafloseste Prinzessin von ganz Zamonien. Eines Nachts erhält sie Besuch von einem alptraumfarbenen Nachtmahr. Havarius Opal, wie sich der ebenso beängstigende wie sympathische Gnom vorstellt, kündigt an, die Prinzessin in den Wahnsinn treiben zu wollen. Vorher nimmt er die Prinzessin aber noch mit auf eine abenteuerliche Reise durch die Welt des Denkens und Träumens, die für beide immer neue und überraschende Wendungen bereit hält, bis sie schließlich zum dunklen Herz der Nacht gelangen. Walter Moers erzählt dieses Märchen aus der zamonischen Spätromantik voller skurriler Charaktere mit der ihm eigenen Komik: spannend und anrührend zugleich.

Meine Meinung:


Verrückt, verrückter, Walter Moers!
Das trifft auch eindeutig auf dieses Buch hier zu, auch wenn dies Moers' erstes nicht-selbstillustriertes Buch ist. 

Warum eigentlich? Alle anderen Zamonien-Romane stammen doch auch voll und ganz aus seiner eigenen Feder?
Diese Geschichte hinter der Geschichte ist ein Punkt, der mich sehr berührt hat. Unsere Illustratorin Lydia Rode wurde nämlich nicht einfach aus einer großen Menge von Künstlern herausgepickt, nein, sie wurde sozusagen erwählt. Einst war auch sie "nur" ein Fan von Moers' Romanen, die zu ihm Kontakt aufnahm und ihm erzählte, dass seine Werke sie von ihrer Krankheit ablenken können. Einer Krankheit, die man CFS nennt und die unter anderem Schlaflosigkeit mit sich bringt. 
Na, kommt uns das nicht bekannt vor?
Ganz genau, aus Lydia wurde Dylia, die Prinzessin Insomnia, und somit widmete Walter Moers ihr ihre ganz eigene Geschichte. 

Und diese Geschichte hat es wirklich in sich! Ganz typisch ist hierbei natürlich Moers wirrer, diffuser Stil, der die Geschichte zu etwas ganz Besonderem und Interessantem macht. 
Leider konnte ich mich diesmal aber nicht zu hundert Prozent in die Geschichte hineindenken, da die Entwicklung hierbei nur sehr langsam vonstatten geht. Die ersten siebzig Seiten des Buches beinhalten ausnahmslos Dylias Gedankenspiele - keine weiteren Charaktere, absolut kein Handlungsstrang. Ich dachte teilweise, Moers sei in diesen Passagen auf Drogen gewesen, weil es so komplex und gleichzeitig fast inhaltlos war. Ebenso war ich immer der Meinung, diese Eigenschaften würden sich gegenseitig ausschließen (abgesehen von Mathe, da gibt's dieses Phänomen auch). Tja, der liebe Herr Moers beweist uns hier das Gegenteil.
Dadurch hat sich das erste Drittel des Buches wirklich gezogen.
Als dann aber einmal der Nachtmahr Havarius Opal auftauchte, wurde die Geschichte zunehmend interessanter. Auch wenn viele Dialoge immer noch langatmig und ohne Sinngehalt waren, entwickelte das Buch sich immer mehr zu einem skurrilen Abenteuer. Die eigene Fantasie kommt dabei auf seine vollen Kosten. Man wird regelrecht in eine andere Welt hineinkatapultiert, die einen vollkommen fasziniert. Es ist der pure Wahnsinn, wie Walter Moers die eigene Psyche umgesetzt hat - Geistgeister, Zwielichtzwerge, Gedankenspinnen und zahlreiche andere Kreaturen verkörpern dabei unsere wildesten Ideen, verrücktesten Gedanken und stärksten Gefühle. Absolut kreativ!
Leider ist die Geschichte jedoch oft viel zu undurchsichtig und entwickelt sich in wirklich eigenartige Richtungen. 

Dies liegt vor allem an unseren völlig verrückten Charakteren. Im Grunde sind die beiden so ziemlich vom gleichen Schlag. Sie haben den gleichen Humor und teilen ähnliche Ansichten. Während aber Dylia immer sehr positiv und optimistisch, ist Opal das ganze Gegenteil. Demnach ist es wirklich lustig, teilweise sogar herzerwärmend, zuzusehen, wie deren Beziehung wächst und gedeiht. 
Was ich nur nicht ganz nachvollziehen kann, ist, warum das Buch oft als "Liebesgeschichte" betitelt wird. Viel mehr ist es eine Geschichte über Freundschaft, wenn überhaupt ... das Ende lässt dies eher offen, was mir, ganz nebenbei, gar nicht gefallen hat.

Aber das Beste am Buch ist dessen kunstvolle Seite. Damit meine ich nicht nur Lydia Rodes wunderschönen Zeichen- und Malstil, der die Fantasie perfekt unterstützt, das Leseerlebnis viel realer macht, einen absoluten Augenschmaus darstellt und vor allem alle Blicke auf sich zieht. Ebenso ist der Schreibstil des Autors eine ganz eigene Kunst für sich. Walter Moers geht so liebevoll und kreativ mit der deutschen Sprache um, dass ich manche Passagen immer wieder lesen wollte. Einfach, um es mir nochmal auf der Zunge zergehen zu lassen.

Fazit:
Dieses Buch ist die willkommene Ablenkung vom Alltag. Künstlerisch, niedlich, aber auch skurril und teilweise nicht nachvollziehbar. Meiner Meinung nach sind andere Zamonien-Romane etwas besser gelungen, weil sie kein reines theoretisches Gedankenspiel sind.


3,5 von 5 Sternen

Und hier bekommt ihr es. ☺
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 Thalia 


Vielen Dank an den Albrecht Knaus Verlag und das Bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar! ♥ 
Somit zählt diese Buchbesprechung offiziell als Werbung. Ich betone aber, dass niemand meine Meinung erkauft. 

Jahreshighlights 2017



Zu meinen Jahreshighlights 2017 zählen vier Bücher, die mich wirklich voll und ganz begeistern konnten. In ihnen habe ich nicht nur die perfekte Story sondern auch einen Teil von mir gefunden. ☺♥

  • Platz 1:
    Unumstritten, It Ends With Us von Colleen Hoover. Colleen Hoover ist ja sowieso die Queen, aber mit diesem Roman um Lily, Riley und Atlas, hat sie nun wirklich meine inneren Rekorde gebrochen. Dieses Buch ist so echt, die Geschichte so lebendig, die Charaktere so greifbar, voller Liebe und Hass, Hoffnung und Angst. Es hat mir so viel mitgegeben und mich gleichzeitig nicht mehr losgelassen.
    Noch nie war eine Liebesgeschichte so erschreckend und hat mich so sprachlos gemacht.
    Da dieses Buch derart unglaublich ist, dass ich mir keine Rezension zutraue und ich eh niemals die richtigen Worte finden würde, verlinke ich euch hier nur mal die Links zur englischen und deutschen Ausgabe:

    It Ends With Us 
    Nur noch ein einziges Mal



  • Platz 2: 
    Wenn ihr mich kennt, war es doch klar, oder? Auch Berühre mich. Nicht. von Laura Kneidl konnte mich voll und ganz packen und für sich gewinnen. Ich habe mich in die Charaktere, ganz vorn natürlich Luca, verliebt und bin so gespannt auf die Fortsetzung. Nachdem ich diesen Teil beendet habe, war ich wirklich zerstört.

    HIER GEHT'S ZUR REZENSION


  • Platz 3:
    Ganz sicher die beste Fantasygeschichte, die ich jemals gelesen habe. "Das Reich der Sieben Höfe - Dornen und Rosen" von Sarah J. Maas vereint so viel mehr als die bloße Geschichte über Feyre, die in die Welt der Fae eintaucht, denn es beherbergt so viele Sideplots, die aufs Unvorhersehbare hinauslaufen, dass man einfach nicht anders kann, als dieses Buch total wegzusuchten.

    HIER GEHT'S ZUR REZENSION


  • Platz 4: 
    Und zu guter Letzt ein weiterer Schatz, der es mir total angetan hat. Die Perfekten von Caroline Brinkmann ist eine wundervolle Dystopie mit so liebevoll erdachten Charakteren und eine Storyline, die mich immer wieder sprachlos gemacht hat. Sobald die Fortsetzung angekündigt wird, werde ich ganz aus dem Häuschen sein.
    HIER GEHT'S ZUR REZENSION

Das waren meine absoluten Lieblingsbücher aus diesem Jahr.
Habt ihr denn auch schon das ein oder andere gelesen? Und was waren denn eure Highlights? ♥

Ich wünsche euch was! ♥

Lesemonat & Neuzugänge Dezember 2017

Lesemonat:
Hallihallo, ihr Lieben! Diesen Monat habe ich echt viele schöne Bücher gelesen. Ich wurde nur von einem einzigen ein wenig enttäuscht und das ist doch was, oder nicht? ☺
Insgesamt sind es 8 Bücher geworden, die zusammen 3.144 Seiten ergeben. Auf den Tag heruntergerechnet müsste ich also immer etwa 102 Seiten gelesen haben, was jetzt zwar nicht meine beste Leistung ist, aber hey, zu Weihnachten gibt es doch auch wirklich wichtigere Dinge. 
Apropos: Ich hoffe natürlich, dass ihr alle ein wunderschönes Weihnachtsfest erlebt habt und heute Abend gut ins neue Jahr reinrutscht. ♥

Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr von Walter Moers war mal etwas ganz anderes! Die Geschichte war total niedlich, aber leider haben mich manche Handlungen der Protagonisten echt mehr als irritiert. (Rezension kommt in den nächsten Tagen online)
3,5 von 5 Sternchen 

Ein Buch, das mich total beeindruckt hat, war Herrscherin der tausend Sonnen von Rhoda Belleza. Das Worldbuilding war der absolute Wahnsinn. Ebenso hat mir die Entwicklung der Geschichte gefallen und insgesamt habe ich jetzt echt Lust bekommen, mich auch mal an die Star-Wars-Filme heranzutrauen.
4,5 von 5 Sternen

Genauso umgehauen haben mich die Charaktere und die Atmosphäre des Buches Bird & Sword von Amy Harmon. Ich kann es jedem empfehlen, der auch ein Fan der ACOTAR-Reihe ist. Hier meine Rezension dazu. ☺
4,5 von 5 Sternen 

Zwischendurch habe ich mich noch durch Winterzauber in Paris von Mandy Baggot gequält. Ja, gequält. Furchtbare Charaktere mit einer viel zu schweren Storyline für eine Weihnachtsgeschichte. Mehr gibt's hier in der Rezension. Wundert euch nicht, das Buch ist auch nicht mehr auf dem Bild oben zu sehen, weil ich es sofort aussortiert habe!
1,5 von 5 Sternen

Ganz besonders und unglaublich wichtig - ein Buch das jeder gelesen haben sollte - ist Kleine große Schritte von Jodi Picoult. Dieses Buch öffnet einem nicht nur die Augen, es zeigt auch, dass "schlechte" Menschen nicht nur schlecht sind. Ab zur Rezension!
5 von 5 Sternen

Auf Siren von Kiera Cass habe ich mich vor Monaten unglaublich gefreut. Allein dieses Cover ist eins der schönsten, das ich jemals gesehen habe, geschweige denn in meinem Bücherregal stehen habe. Außerdem liebe ich Geschichten unter Wasser, vor allem mit Sirenen, beziehungsweise Meerjungfrauen. Leider habe ich dann so viele schlechte Meinungen gehört, sodass es erst einmal zu einer SuB-Leiche mutierte. Aber Leute, wie wir wissen, sind Geschmäcker verschieden, und darum konnte mich das Buch nun voll und ganz überzeugen. Wenn ihr es auch gern lesen möchtet, dann greift aber am besten zur englischen Ausgabe! Die deutsche  konnte meiner Meinung nach nicht ganz die Gefühle der Protagonisten und die Atmosphäre einfangen.
4,5 von 5 Sternen

Eine niedliche Geschichte für zwischendurch findet man mit PS: Ich mag Dich von Kasie West. Es ist nichts unglaublich Tiefgründiges und nebenbei ist es auch wirklich einfach zu durchschauen, aber die Handlung sowie die Idee waren zuckersüß! ☺
3,5 von 5 Sternen

Und zu guter Letzt habe ich diesen Monat meinen ersten Manga gelesen, und zwar A Silent Voice von Yoshitoki Oima. Er hat mir wirklich gut gefallen, war aber noch nicht sonst was Erschütterndes. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil! ☺
4 von 5 Sternen

Neuzugänge:

Uuups ... mal wieder. 23 Bücher sind es geworden. Ich sag am besten einfach mal nichts dazu und schieb's auf Weihnachten. *Hust* Ganz viele Geschenke an mich selbst. *Hust*



  • Vampire Academy von Richelle Mead
  • Water & Air von Laura Kneidl: Musste einfach her, nachdem sie in Berühre mich. Nicht. gezeigt hat, was in ihr steckt!
  • Blutbraut von Lynn Raven: I know, ein paar Leserillen hat es schon. Kann man aber manchmal nichts dagegen machen, wenn man Bücher gebraucht kauft. Wahrscheinlich hätte ich selbst beim Lesen dieses Schinkens ein paar Rillen reingebracht. ☺
  • Evermore - Der Stern der Nacht und Evermore - Für immer und ewig von Alyson Noël
  • House of Night 9 - Bestimmt von P.C. und Kristin Cast
  • Delirium von Lauren Oliver: Wie gut klingt bitte der Klappentext?!
  • Silber - Das zweite Buch der Träume von Kerstin Gier
  • Die Ankunft von Ally Condie: Leider hab ich es auf dem Bild vergessen, aber endlich hab ich die Cassia & Ky-Reihe wieder komplett. 
  • Strange the Dreamer von Laini Taylor: Wurde hier durch eine ganz fantastische Booktuberin angefixt! Schaut euch doch auch mal das Video an: KLICK


  • A Silent Voice 1 von Yoshitoki Oima

  • your name 1 von Makoto Shinkai und  Ranmaru Kotone
Meine ersten beiden Mangas, die ja überall in den Himmel gelobt werden! Bin ganz gespannt drauf, auch bald your name zu lesen. ☺




  • Sommerzauber wider Willen von Sarah Morgan
  • Losing It von Cora Carmack
  • Wait for You von J. Lynn
  • Ugly Love und Without Merit von Colleen Hoover 
  • I knew you were Trouble von Kami Garcia
  • Hardwired, Hardpressed und Hardline von Meredith Wild
  • PS: Ich mag Dich von Kasie West
  • A Little Life von Hanya Yanagihara: Auch hier wurde ich von so vielen Leuten angefixt. Und dann noch dieser Klappentext ... Holla die Waldfee! 

Sind eure Neuzugänge dieses Monats denn auch so ausgeartet? (Sagt bitte ja!!) 
Ansonsten war's das hier auch wieder von mir. Ich wünsche euch nun nochmal einen guten Rutsch ins neue Jahr und einen tollen Start für 2018. ♥