Bird & Sword - Amy Harmon



  Preis: 15,00 €
Seitenanzahl: 400
Reihe: Bird and Sword 1
Erscheinungsdatum: 26. Oktober 2017
Verlag: LYX
Originaltitel: The Bird and the Sword

Beschreibung: 
Ein Mädchen ohne Stimme. 
Ein König in Ketten. 
Ein Fluch, der sie vereint. 
Mit fünf Jahren musste Lark mit ansehen, wie ihre Mutter vor ihren Augen hingerichtet wurde. Mit dem letzten Atemzug nahm sie ihrer Tochter die Stimme und die Macht der Worte. Denn Magie ist eine Todsünde in Jeru. Dreizehn Jahre später erscheint der junge König Tiras am Hof von Larks Vater, um diesen an seine Treuepflicht im Krieg zu erinnern. Er nimmt die stumme junge Frau als Geisel mit sich. Zunächst fürchtet Lark den König, doch sie merkt schnell, dass Tiras ebenso wenig frei ist wie sie und dass die Liebe womöglich die einzige Waffe ist, die ihrer beider Ketten sprengen kann - 


Meine Meinung:

Dieses Buch ist der absolute Hammer. Ich habe es wirklich so sehr genossen, es zu lesen und in die Welt von Lark, Tiras, Boojohni und Kjell einzutauchen. 

Aber fangen wir mal ganz vorne an - beim Cover
Leute, muss ich dazu wirklich noch irgendetwas sagen? Es ist SO wunderschön; in meinen Augen sogar um einiges schöner als das englische. Lark wurde so perfekt getroffen! Wenn man jede einzelne Beschreibung ihres Äußeren mal zusammennimmt, würde EXAKT das herauskommen, was wir hier auf unserem besonderen Cover sehen bekommen.
 Ebenso stört es mich im Gegensatz zu anderen überhaupt nicht, dass der Titel etwas gekürzt wurde - worüber manche sich den Kopf zerbrechen ... :p

Die weitere Aufmachung im Buch umschließt noch eine Landkarte und eine Übersicht der Namen und deren Aussprache, was den Lesefluss total erleichtert und die Überschaubarkeit über die Regierung, Charaktere und einige Intrigen am Hofe sehr unterstützt. 

"Stille war ein naher Verwandter der Unsichtbarkeit." (S. 62)

Sobald es aber zur Story kam, sind mir wirklich viele Parallelen zu anderen Büchern aufgefallen, was jetzt aber nicht heißen soll, dass die fantastische Geschichte in irgendeiner Weise aufgebraucht, abgeklatscht oder verstaubt ist - ganz im Gegenteil. Diese vielen ähnlichen Handlungsstränge oder Merkmale laufen zu etwas ganz Neuem zusammen. Da wären zum Beispiel Menschen mit Gaben - Wandler, Heiler, Weissager, ... - die stark an Der schwarze Thron/Three Dark Crowns von Kendare Blake erinnern. Diese treffen auf eine wunderschöne, magische, prickelnde und herzzerreißende Liebesgeschichte, die mir immer wieder Rhys und Feyre von A Court of Mist and Fury (Sarah J. Maas) in den Hinterkopf beschworen hat.
Aber hey, das hier ist natürlich keine einfach vor sich hin plätschernde Romantasy-Geschichte, in der alle fröhlich tänzelnd herumhopsen und sich am Leben erfreuen, während sie sich hin und wieder mal in ein Einhorn oder eine schmusigsüße Katze verwandeln. Oh nein! Denn König Tiras' Königreich wird nicht nur von ekligen, unheimlichen Vogel-Menschen-Mutanten bedroht (Hallo, Rabenspötter aus dem House of Night von P.C. und Kristin Cast), auch die Gaben werden zutiefst verachtet, ebenso wie die Menschen hinter den Gaben. 

Dieses Spektakel entwickelte sich wirklich rasant, was mir voll und ganz gefallen hat und mich regelrecht hat mitfiebern lassen. Die Story ist durchgängig total spannend, nervenaufreibend und vor allem zum Ende wirklich überwältigend. Nur einen kleinen Fakt fand ich ein wenig durchschaubar, aber den werdet ihr hier natürlich nicht erfahren, da wir uns in unserer heißgeliebten spoilerfreien Zone befinden. ☺

"Seine Größe ließ den Raum so viel kleiner erscheinen und den Tag so viel länger." (S. 287)

Ein weiterer fabelhafter Punkt sind die Charaktere. Also sind es ja eher ganz viele tolle Pluspunkte, denn jeder ist für sich so einzigartig und besonders, aber vor allem nachvollziehbar und sympathisch. 
Mit Lark konnte ich mich sofort hundertprozentig identifizieren. Ich stand mit Leib und Seele hinter ihr und habe sie auch so lieb gewonnen. Wenn sie traurig war, war ich es; wenn ihr etwas Gutes widerfahren ist, dann auch mir. Sie ist trotz ihrer Unsicherheit eine so unglaublich starke und eindrucksvolle Person, was wiederum so beneidenswert ist. Das ist wahrscheinlich auch ein Grund dafür, dass mich die Liebesgeschichte so sehr mitgenommen hat (und natürlich auch, weil Tiras an sich einfach toll ist - nur ganz nebenbei). 
Hach, und Tiras, mein leuchtender Stern am Horizont. Selbst in die dunkelsten, tragischsten Momenten hat er durch seine lockere, liebe- und humorvolle Art Licht gebracht. 
Weitere Nebencharaktere wie der treue Boojohni und der etwas zu ernste Kjell haben den Handlungsverlauf einfach vollkommen gemacht. Da hat sich die Autorin wirklich etwas Tolles ausgedacht!


Fazit:
Ich wöllte noch so gern so viel mehr zu dieser wunderschönen Geschichte sagen, aber mir fehlen einfach die Worte. Ich schaffe es einfach nicht, es auf den Punkt zu bringen und vielleicht ist das ja auch gut so, weil ihr deshalb selbst das Buch in die Hand nehmt. Deswegen nur noch ein paar Wörtchen: Die Story ist zwar nicht ganz so originell, aber wahrscheinlich genau aus diesem Grund, wird sie alle Fantasy-Liebhaber total aus den Socken reißen können; allem voran natürlich die ACOTAR-Anhänger, die diese Geschichte lieben werden!


4,5 von 5 Sternen

Und hier bekommt ihr es. ☺
 Amazon 
 Thalia 

Vielen Dank an den Bastei Lübbe und LYX Verlag für dieses Rezensionsexemplar! ♥ 
Somit zählt diese Buchbesprechung offiziell als Werbung. Ich betone aber, dass niemand meine Meinung erkauft. 

Lesemonat & Neuzugänge im November 2017


 Hallo, alle zusammen! ♥ 
Ich habe mal wieder einen Rekord aufgestellt - ich habe, glaube ich, noch nie so lange gebraucht, um meinen Lesemonat und meine Neuzugänge zu veröffentlichen ... Oh je! Aber hey, das hat einen Grund. Ich habe mir nämlich überlegt, dass ich ab jetzt nur noch einen einzigen Post zu beidem schreiben möchte statt zwei einzelne. Das ist nicht nur für mich viel praktischer, sondern ihr habt auch gleich noch ein bisschen mehr zu lesen und das ist doch immer gut! ☺

Dieser Monat war ein guter Monat - lesetechnisch auf jeden Fall und kauftechnisch auch aus der Sicht der Händler, denn ich habe zugelangt ... und zwar ordentlich!



LESEMONAT:

Im November habe ich insgesamt sieben Bücher gelesen, beziehungsweise gehört, was insgesamt 3584 Seiten ergibt. Auf jeden Tag heruntergerechnet wären das dann etwa 120 Seiten, was für mich echt mal wieder ein Hoch ist.

Im Nachhinein hätte ich das auch wirklich gar nicht so gut eingeschätzt, weil sich "The Promise" von Richelle Mead ( - Rezension - ) und "Der Bruder des Wolfs" von Robin Hobb ( - Rezension - ) für mich so gezogen haben! (Ebenso übrigens "Winterzauber in Paris", an dem ich immer noch hänge.) Beide haben deswegen auch nur 3 Sterne von mir bekommen.

Der Rest war aber wirklich toll. Zum einen war da "Berühre mich. Nicht." von Laura Kneidl, das ganz schnell auf die Liste meiner liebsten Bücher gewandert ist. Es war wirklich unglaublich und ich kann es nur jedem weiterempfehlen. Definitiv mehr als 5 Sterne, wenn das möglich ist, und nicht nur ein Monats- sondern ein totales Jahreshighlight! - Rezension -

Weil ich durch dieses Buch wieder total in die New-Adult-Schiene eingefahren bin, habe ich danach "Paper Princess" von Erin Watt begonnen, da es ja von so vielen so extrem gehypet wird. Total nachvollziehbar, denn dieses Buch ist ein wirklicher Pageturner. Einige Aspekte haben mir aber nicht ganz so gefallen. Ich brauchte wirklich meine Zeit, um mich an Ellas Charakter zu gewöhnen. Ebenso hätte man sich einige sehr sexistische Dinge sparen können, aber Schwamm drüber - 4 Sterne gab's trotzdem!

Aus demselben Grund und der Tatsache, dass es der 9. November war, habe ich dann "November 9" von Colleen Hoover gelesen und es war unfassbar schön! Kein Wunder bei der Autorin. 5 Sterne! ♥

"Der schwarze Thron 2: Die Königin" von Kendare Blake war einfach genial, düster und erschreckend. 4,5 Sterne und mehr dazu in der - Rezension -.

Und nebenbei habe ich "Silber" von Kerstin Gier gehört und gelesen. Die Atmosphäre der Geschichte hat mir unglaublich gut gefallen, aber an sich war es nichts, was mich total aus den Socken hauen konnte. Daher 3,5 Sternchen für den Auftakt der "Buch der Träume"-Reihe.


NEUZUGÄNGE:

Es sind echt so viele Bücher eingezogen, aber Rebuy.de hat es einfach zu gut mit mir gemeint und meine komplette Wunschliste in unschlagbaren Preisen verfügbar gehabt. Da konnte ich ja gar nicht anders! :p
14 Bücher sind es dann insgesamt geworden. Ich weiß, Thalia, Rebuy & Co haben sich definitiv gegen mich und meine Büchersucht verbunden.

Eingezogen sind:


  • "Silber - Das erste Buch der Träume" von Kerstin Gier
  • "Sakura - Die Vollkommenen" von Kim Kestner
  • "Götterfunke - Hasse mich nicht" von Marah Woolf: Leute, bin ich gespannt auf dieses Buch! Der erste Teil hat so fies geendet und war übrigens ein Monatshighlight, da muss ich diesen Teil echt bald lesen. 
  • "Die Auswahl" und "Die Flucht" von Ally Condie: Die "Cassia & Ky"-Reihe habe ich schon gelesen. Leider hatte ich die Bücher aber nur als Taschenbücher und da ich die Reihe lange vor meiner Buchbloggerzeit gelesen (dementsprechend auch null auf Leserillen geachtet) habe, waren diese so abgenutzt und durchgelesen, dass sie total verformt waren und nicht mal mehr eigenständig im Bücherregal stehen konnten. Ups. 



  • "Du bist mein Feuer" von Isabelle Ronin: Ich weiß, viele mögen das Buch nicht so ganz. Ich habe aber schon mal auf Wattpad reingelesen und mir hat es total gefallen! 
  • "Bad Romeo 1 - Wohin du auch gehst" von Leisa Rayven
  • "One of Us is lying" von Karen M. McManus: Ich habe ausnahmslos nur Gutes über dieses Buch gehört und wurde dadurch so angefixt. Immer her damit! ☺







  • "Nach dem Sommer" von Maggie Stiefvater: Diese Reihe habe ich vor einigen Jahren als Hörbuch gehört und sie war so toll! In letzter Zeit bin ich wieder total im Vampir-Werwolf-Wasauchimmer-Fieber und deswegen musste neben einem Twilight-Marathon auch die "Nach dem Sommer ruht das Licht in Deinen Augen"-Reihe (Puuh, das war ein langer Titel ...) her. 













  • "Paper Prince" und "Paper Palace" von Erin Watt habe ich sofort bei Medimops bestellt, nachdem ich den ersten Teil der Reihe beendet habe. Das wird auch mein letztes Mal gewesen sein, weil die Bücher einfach in so schlechten Zuständen sind, obwohl sie einem als "sehr gut" angepriesen werden. Wirklich schade!





  • "Die Stadt der Träumenden Bücher - Teil 1: Buchhaim" (Graphic Novel) und "Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr" von Walter Moers: Rezensionsexemplare, über die ich mich riesig gefreut habe, und die ich euch ganz bald vorstellen werde! ☺










  • "Das Gutshaus - Glanzvolle Zeiten" von Anne Jacobs: Auch ein Rezi-Exemplar, das mich schon mit seinem Cover voll uns ganz aus den Socken hauen konnte. 

Und das war's! Also ich mag diesen gebundenen Post viel mehr und finde ihn auch viel übersichtlicher als es vorher mit zwei einzelnen Posts war. Ich hoffe natürlich, euch gefällt es auch. ♥
Ich wünsche euch noch eine schöne Adventszeit und hoffe ihr kommt gut ins nächste Jahr, denn der nächste Post dieser Kategorie kommt ja schon 2018 raus! ☺


Der Bruder des Wolfs - Robin Hobb


  Preis: 15,00 €
Seitenanzahl: 896
Reihe: Die Chronik der Weitseher 2
Erscheinungsdatum: 16. Oktober 2017
Verlag: Penhaligon
Originaltitel: Royal Assassin (The Farseer Trilogy 2)

Achtung! Dieses Buch ist der zweite Teil der "Die Chronik der Weitseher"-Reihe, wodurch in dieser Rezension Spoiler zum ersten Teil ( - Rezension hier - ) auftreten können.

Beschreibung: 
Fitz Chivalric hat bei der Verteidigung seines greisen Königs seine Gesundheit und beinahe auch seinen Verstand verloren. Doch König Listenreich bietet ihm keine Rache oder wenigstens Genugtuung. Schließlich war der Drahtzieher hinter Fitz' Verletzungen dessen eigener Onkel, der Sohn des Königs. Und der hat seine Pläne, um den Thron an sich zu reißen, nicht aufgegeben! Verzweifelt bemüht sich Fitz, die Intrigen des Prinzen zu durchkreuzen – und ahnt nicht, dass sein Schicksal längst besiegelt ist.

Dieses Buch ist bereits unter dem Titel »Des Königs Meuchelmörder« im Bastei-Lübbe Verlag erschienen und unter dem Titel »Der Schattenbote« im Heyne Verlag.

Meine Meinung:
Leider muss ich gestehen, dass ich mich bei diesen Buch nicht allen anderen Lobhymnen anschließen kann - schweren Herzens, da ich den vorigen Band wirklich gemocht habe! 

Ein Faktor, der diesem Empfinden enorm zugespielt hat, war die Länge und Ausführlichkeit des Buches, mit der ich gar nicht klar gekommen bin. Nichts mit schneller Entwicklung oder rasanter Spannung. Kleinste Details wurden so ausführlich und detailliert beschrieben, dass mein Hirn beim Lesen wirklich einfach abgeschalten hat. Und das auf den ersten sechshundert Seiten ... nein, das war einfach nicht meins.

Ebenso konnten mir die Charaktere und deren Entwicklungen in diesem Band gar nichts abgewinnen. Während ich diese im ersten Teil klug, heiter oder nachvollziehbar fand, wirkten sie hier nur noch selbstsüchtig, verwirrt und unsympathisch. Ja, das lag teilweise an der Story selbst und spielte dieser auch immer wieder zu. Trotzdem hätte ich gern ein paar mehr Charaktere gehabt, auf die ich mich hätte stützen können und die das sowieso sehr fade und ziehende Leseerlebnis aufgeheitert hätten - mal ganz abgesehen von Burrich, der immer noch mein liebster Chroniken-der-Weitseher-Hagrid ist. 
In dieser Hinsicht haben mich Chade, Fitz' geheimer Mentor, und Prinz Veritas, Fitz' Onkel, enttäuscht, da deren Charakterstärke, Witz und Sympathie aus dem ersten Teil fast gänzlich abgeflaut sind. 
Das wird aber durch Fitz' erstmalige Charakterentwicklung relativ ausgeglichen. Er ist nach den Erlebnissen in den Bergen stärker, selbstbewusster und viel flinker. Ich habe es wirklich genossen, ihm bei seinem Aufschwung zuzusehen. Trotzdem wirkten manche Gedankengänge und (Re-)Aktionen einfach total neben der Spur und überhaupt nicht nachvollziehbar. Dies führte auch dazu, dass ich mich in diesem Band gar nicht mehr mit ihm identifizieren konnte.

Wie oben schon angeschnitten, ist die Kombination aus der Art und Weise der Storyentwicklung und Robin Hobbs Schreibstil für mich echt gefährlich gewesen. Schon im vorigen Band hatte ich mit diesem zu kämpfen, nur gab es dort keine neunhundert Seiten, sondern knackige sechshundert, in denen sich dies leicht ausblenden ließ. 
Auch hier wird die Geschichte wieder vom älteren Fitz erzählt, der sozusagen auf sein junges Ich zurückschaut. Ich fand es sehr toll, dass es hier zu keinem Stilbruch gekommen ist, weil dieser Fakt auch wirklich Spannung aufbaut. Wenn diese Erzählperspektive nicht wäre, wäre dies wahrscheinlich ein totaler Killer. Vor allem in der Mitte des Buches!

Wieso das? Wenn es nach mir ginge, hätte man da locker zweihundert Seiten unnötige Handlung, die kaum etwas zur Story beigetragen hat, herausschneiden können. Die Geschichte bleibt in ihrer Handlung einfach so hängen und kommt nicht voran - und ebenso der Leser. Ich musste mich teilweise wirklich überwinden, zu dem Buch zu greifen, weil ich endlich etwas Fortschritt erleben wollte, dieser sich aber erst nach einer gefühlten Ewigkeit anbahnte.
Als er dann aber endlich präsent war, war es der absolute Pageturner. Ich verstehe diese 180-Grad-Wende überhaupt nicht. Mit einem Mal passierte so viel und teilweise echt so viel Unvorhersehbares, das den Leser selbst komplett durchrüttelte, total verwirrte und den Glauben an die Menschheit verlieren ließ. Es war wirklich unfassbar. Intrige jagt Intrige und wird schließlich von einem unglaublich aufrüttelndem, unfassbarem Ende abgelöst.
Leider bleiben aber so viele Fragen offen! Vor allem die roten Korsaren, die schon im ersten Teil hilflose und unschuldige Menschen in gedankenlose Zombies verwandelten, bilden immer noch riesige Fragezeichen über meinen Kopf. Why, Robin Hobb, whyyy???

Ein schöner Nebeneffekt, der sich erst zart und dann immer prägnanter in die Haupthandlung einwebt, ist die Herausbildung von Fitz' Gabe und dessen erneute Bindung an ein ganz spezielles Tierchen. Es konnte mir immer wieder ein Lachen entlocken oder hat mein Inneres erwärmt. Wirklich toll erdacht und umgesetzt! 

Auch das mittelalterliche Setting konnte mich in seiner Vielfalt wieder voll und ganz mitreißen. Hier kann ich mich nur aus meiner vorigen Rezension zitieren: Man nimmt Robin Hobb die Welt und deren Außergewöhliches, das sie geschaffen hat, einfach ab. 
Das ist einfach ein Fakt und rundet das Buch total ab. Hoffentlich setzt sich das im nächsten Band fort! ☺

Zu guter Letzt noch ein paar Wörtchen zu dem wieder sehr anschaulichen und passenden Cover: durch seine Schlichtheit total ansprechend und das Wappen hätte ehrlich nicht besser getroffen werden können. Dieses, zusammen mit dem Titel, passen toll auf die Geschichte und bilden für mich wirklich die beste Variante gegen die Ausgaben vom Heyne und Lübbe Verlag. 

Fazit:
In seiner Handlung kann der zweite Band leider nicht mit dem ersten mithalten. Auch die Charaktere haben, abgesehen von Fitz und Burrich, meiner Meinung nach sehr nachgelassen, was aber durch ein gewisses Tierchen wieder gut gemacht wird. Vom nächsten Teil erwarte ich definitiv wieder ein bisschen mehr an relevanter Handlung.

3 von 5 Sternen

Und hier bekommt ihr es. ☺
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 Thalia 


Vielen Dank an den Penhaligon Verlag und das Bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar! ♥ 
Somit zählt diese Buchbesprechung offiziell als Werbung. Ich betone aber, dass niemand meine Meinung erkauft. 

Der schwarze Thron 2: Die Königin - Kendare Blake


  Preis: 14,99 € 
Seitenanzahl: 512
Reihe: Der schwarze Thron 2
Erscheinungsdatum: 25 September 2017
Verlag: Penhaligon
Originaltitel: One Dark Thrown
Achtung! Dieses Buch ist ein Folgeband, es könnte also zu Spoiler zum ersten Teil "Der schwarze Thron: Die Schwestern" ( - Rezension hier - ) kommen.

Beschreibung: 
Drei Schwestern. Drei magische Talente. Nur eine Krone.
Mirabella, Katharine und Arsinoe sind Drillinge, jede eine Anwärterin auf den Thron der Insel Fennbirn. Ihr Reich verlangt nach einer neuen Königin – doch damit eine von ihnen die Herrschaft erlangen kann, muss sie ihre beiden Schwestern eigenhändig töten. Der Kampf um den Thron ist längst entbrannt, und jede Königin muss sich entscheiden, ob sie leben oder sterben will. Doch während zwei von ihnen noch gegen ihre Bestimmung rebellieren, schreckt die Dritte auf dem Weg zur Krone vor nichts zurück. 

Meine Meinung:


Wir ihr vielleicht wisst, habe ich schon den ersten Teil der Reihe total geliebt! Ich fand es spannend und total fantastisch - kaum zu toppen. Aber dieser Teil hat es wirklich noch einmal komplett herausgerissen, denn alle kleinen negativen Punkte, die ich im ersten Teil gefunden habe, waren hier wie weggeblasen. 

Das heißt vor allem, dass die Spannung ab der ersten Seite im vollsten Maße präsent ist. Keine endlosen Kapitel mehr, keine ewigen Beschreibungen oder scheinbar irrelevante Dialoge. 
Da sich wahrscheinlich jeder Leser seinen Favoriten aus dem ersten Teil mitgenommen hat und so die lange Phase des Kennenlernens der Protagonisten wegfällt, fiebert man sofort mit ganzem Herz und Seele mit. 

Dies wird hier wieder durch eine tolle Aufmachung des Buches unterstützt, denn auf den ersten Seiten des Buches finden wir nicht nur die wundervolle Karte von Fennbirn aus dem ersten Teil, sondern auch eine Auflistung aller Häuser und Personen. Mir hat das sehr gut geholfen, da ja mittlerweile schon fast ein halbes Jahr vergangen ist, seitdem ich den ersten Teil gelesen habe, und ich daher zahlreiche Nebencharaktere sicherlich nicht mehr so gut hätte zuordnen können. Diese Liste hat gleichzeitig so ein bisschen an die Personenauflistungen aus Dramen (also diese richtig alten Theaterstücke von Shakespeare, Schiller, ...) erinnert, was ich persönlich als sehr kreativ und passend empfand.

Und muss ich noch etwas zum Cover sagen oder ist das selbsterklärend?
Schaut es euch an - es ist GENIAL! Erstmal ist es toll, dass die Cover der beiden Bände sich nicht nur auf der Vorderseite, sondern auch auf dem Buchrücken ergänzen. Aber noch toller ist das Cover an sich. Man sieht schon, dass es viel düsterer gestaltet ist, als das des ersten Teils, was sich auch ebenso auf die Story ableiten lässt. Gleichzeitig wird aus dem Bronzeton der Krone des ersten Teils ein schimmerndes, glänzendes und prächtiges Gold, was natürlich wieder ein Symbol ist. Denn in diesem Teil geht es nun wirklich aufs Ganze - diesmal geht es um Sieg oder Niederlage, Tod oder Leben.

So, jetzt habe ich schon oft die Story des Buches angedeutet, also will ich Euch da mal nicht weiter zappeln lassen. 
Ich hätte nicht gedacht, dass man die Storyentwicklung des ersten Teils wirklich toppen kann, aber Kendare Blake hat es doch geschafft und dafür meiner Meinung nach nur höchstes Lob verdient.
Handlung folgt auf Handlung, Wendepunkt auf Wendepunkt, hier wird echt kein einziges Wort verschwendet!
Wenn ich es mit nur einem einzigen Wort beschreiben müsste, wäre das: HEFTIG. Dieser Machtkampf, das ständige Hin und Her, die unzähligen Intrigen reißen einen einfach voll und ganz mit und ziehen einen mit jedem kleinsten Teilchen in die Welt von Arsinoe, Mirabella und Katharine.

Vor allem die Charakterentwicklungen waren in diesem Buch herausragend. Viele Charaktere, von denen man dies vielleicht gar nicht gedacht hätte, werden viel nachvollziehbarer und verschaffen sich sogar einen Platz im Leserherz. Nachdem ich eigentlich nur als Team-Arsinoe-Anhänger aus dem ersten Teil herausgegangen bin, hätte ich wirklich nicht gedacht, dass ich bald auch Giftmischer und Elementwandler ins Herz schließen könnte, aber so ist es doch geschehen. Viele Charaktere (welche das sind, wäre leider ein bisschen gespoilert) schließt man durch deren großes Herz oder deren kühlen Kopf echt ins Herz, was es schließlich echt schwer macht, den Kampf um den Thron zu verfolgen, ohne dass es einem das Herz zerreißt.
Nebenbei werden auch tolle Aspekte wie Freundschaft, Liebe und Vertrauen aufgegriffen, die man für sich selbst und für das wirkliche Leben mitnehmen kann und die mein Herz immer wieder zum Schmelzen gebracht haben. Im Gegensatz zum ersten Teil kommen mir die Geschichte und Details dieses Buches im Nachhinein viel sensibler, zarter und einfühlsamer vor - wenn man es erstmal geschafft hat, hinter das düstere Setting, den kalten Schleier und die blutige Handlung zu schauen. ☺

Demnach kann ich auch mit gutem Gewissen sagen, dass dieser Fantasyroman etwas für nahezu jedes Alter und natürlich beide Geschlechter ist, da es unglaublich vielseitige und auch verschiedene Thematiken und Eigenschaften anführt. Jeder wird einen Teil von sich in dieser Geschichte finden, einfach weil das Buch so viele Persönlichkeiten und so viele unterschiedliche Geschehnisse bietet.

Das alles führt schließlich zu einem Ende, das mich sehr zum Nachdenken gebracht hat und letztendlich sehr beunruhigt zurückgelassen hat. Das war wahrscheinlich der einzige Punkt am Buch, bei dem ich nicht ganz so genau wusste, ob ich lachen oder weinen sollte. Noch immer bin ich einfach unschlüssig. Teilweise sind hier nicht viele, aber dafür große - gigantische - Fragen einfach offen geblieben, sodass ich mich nach Beenden des Buches wirklich gefragt habe, wie das hier nun das Ende der Geschichte sein soll. Zum Einen ist das natürlich toll, da das einem selbst viel Spielraum offen lässt, zum Anderen ist es aber, wie schon gesagt, total beunruhigend ... Wahrscheinlich ist dies nun eher personengebunden, aber für mich persönlich ist das ein kleiner aber eben doch existierender Minuspunkt. 

Fazit:
Ein Buch, das von innen ebenso schön ist wie von außen, und etwas für jedermann ist. Ein düsteres, gewaltiges Worldbuilding trifft auf vielseitige, aber auch authentische Charaktere, welches von einer unglaublichen Spannung gekrönt wird. Für mich ein nahezu perfekter Fantasyroman und hoffentlich nicht das Ende der Erzählungen von Fennbirn.


4,5 von 5 Sternen

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Der Goldene Hof: The Promise - Richelle Mead


  Preis: 18,00 €
Seitenanzahl: 592
Reihe: Der Goldene Hof
Erscheinungsdatum: 29. September 2017
Verlag: One by Lübbe
Originaltitel: The Glittering Court

Beschreibung: 
Der Goldene Hof verspricht auserwählten Mädchen ein völlig neues Leben. Nicht nur, dass sie lernen, sich in vornehmen Kreisen zu bewegen, sie werden auch auf eine glamouröse Zukunft im aufstrebenden Nachbarland Adoria vorbereitet.
Die junge Adelige Elizabeth scheint bereits ein solches Leben zu führen. Doch nach dem Tod ihrer Eltern fühlt sie sich wie in einem Gefängnis, aus dem sie nur noch fliehen will. Als Elizabeth dann den charmanten Cedric Thorn vom Goldenen Hof kennenlernt, weckt er einen waghalsigen Plan in ihr: Sie muss es irgendwie nach Adoria schaffen. Und kurze Zeit später tritt sie unter falschem Namen die Ausbildung am Goldenen Hof an -

Meine Meinung:


Ach Leute, wie soll ich dieses Buch denn jetzt am besten beschreiben? Im Großen und Ganzen fand ich es nämlich leider nur mittelmäßig, obwohl ich mir viel davon erhofft hatte, weil Richelle Mead für ihre Vampire Academy-Reihe ja so vergöttert wird. 

Aber ich fang mal klein an und am besten auch erstmal ganz von vorn - nämlich beim Cover. Dieses ist mal wieder - wie sollte es beim ONE Verlag auch anders sein - wundervoll! Es deutet schon auf unsere adelige Protagonistin Elizabeth aka Adelaide hin, glänzt dazu noch ganz leicht und birgt so schöne und in sich harmonierende Farben. Besser geht's nicht! Vor allem im Vergleich zum englischen Cover, das ich gar nicht schön finde, ist es der absolute Wahnsinn. Die Leute beim Verlag wissen einfach, was sie machen - anders kann man's gar nicht sagen. ☺


Wenn wir jetzt aber zum Inhalt kommen, muss ich alles leider etwas aufsplitten, denn es gab Aspekte, die mir wirklich super gefallen haben, und andere, die meiner Meinung nach gar nicht gelungen waren. Aber das Gute kommt ja bekanntlich immer zuerst, also fangen wir mal damit an. 
Zum Einen wäre das die tolle, alte, fast schon rustikale Atmosphäre, die uns im ersten Teil des Buches begegnet. Alles ist so schön wie im Märchen, was ich unglaublich genossen und regelrecht inhaliert habe.
Größtenteils lag das an dem unwiderstehlichen und charmanten Schreibstil der Autorin. Sie versetzt einen komplett in ihre Welt und zaubert eine´märchenhaftes Setting. Ich habe beim Lesen fast den teuren Perserteppich des Adelshauses unter meinen Füßen gespürt, den Geruch des Feuers im Kamin gerochen und die Musik der Bälle gehört. Es war einfach unglaublich - so nah. Das habe ich geliebt und es hat genau das rübergebracht, was Titel und Cover uns vermuten lassen. Diesen Teil, genauso wie die komplette Story im ersten Teil des Buches habe ich absolut genossen. 
Leider hat sich das aber im letzten Drittel des Buches komplett geändert. Wirklich um hundertachtzig Grad, totale Kehrtwende. Dementsprechend hat sich auch mein Gefallen an dem Buch geändert. Die Entwicklung der Geschichte hat mir überhaupt nicht zugesprochen und kommt meiner Meinung nach auch ziemlich vom "Urschleim" und Titel der Story ab. 
Ich habe von Anfang an nicht mit einer total-aus-den-Socken hauenden Geschichte gerechnet, weil auch die Grundidee des Buches nichts wirklich Neues ist - man siehe zum Beispiel Der Kuss der Lüge von Mary E. Pearson, in der die Protagonistin auch vor ihrer Heirat und gleichzeitig ihrem Titel flieht. Trotzdem konnte es mich noch enttäuschen, weil die Story nur mäßig vor sich hinplätschert. Es ist zwar nicht so, dass diese gar nicht vorankommt, weil doch Handlung auf Handlung folgt, aber komischerweise wartet man die ganze Zeit auf den großen Knall. Dieser konnte mich dann, wie oben ja schon erwähnt, gar nicht begeistern, und fiel erneut eher gedämpft aus.

Neben diesem ziemlich schwachen Spannungsanstieg hat es mir ebenso total an Emotionen gefehlt, was vor allem auf die Charaktere zurückzuführen ist.
Mit Elizabeth, deren echter Name höchstens fünfmal im Buch erwähnt wurde, sodass ich diesen erstmal im Klappentext nachlesen musste (ungelogen), bin ich gar nicht warm geworden. Ich wusste nie genau, wie ich sie einschätzen sollte. Nur sehr selbstbewusst oder schon arrogant? Nur verunsichert oder schon distanziert? Bei ihr sind die Grenzen irgendwie verschwommen, was sie weder sympathisch noch unsympathisch gemacht hat. Irgendwie war sie eben einfach da und man hat sie auf ihrem Weg begleitet - das war's. 
Dagegen war Cedric, der Sohn des Leiters des Goldenen Hofes, irgendwie ohne Ecken und Kanten. Schön, sympathisch, total charmant, aber er weiß natürlich auch was richtig und was falsch ist. Viel zu perfekt, um ihn wirklich wahrzunehmen. Somit sind mir bei beide zusammen auch mal wieder nicht wirklich warm geworden. Ihre Beziehung entwickelte sich irgendwie nicht natürlich. Irgendetwas hat gefehlt, um dem Leser Schmetterlinge in den Bauch zu zaubern. 
Das gewisse Etwas hatten dagegen aber wieder die Nebencharaktere. Tamsin und Mira waren eine echte Bereicherung an der Geschichte. Sie waren echt und haben immer wieder ein bisschen Witz oder etwas mehr Emotion in die Geschichte gebracht.

Eine Frage, die mich aber auch im Nachhinein noch beschäftigt, ist die nach dem Genre. Wenn mir das jemand von euch beantworten kann, dann immer her damit! Wie lässt sich dieses Buch einordnen?
Das Buch hat ja keine Fantasy-Aspekte, also wäre das schon mal ausgeschlossen. Jedoch ist es ja auch kein historischer Roman, weil es in einer fiktiven Welt spielt. Aber eine Dystopie ist es doch ebenso nicht. Zwar birgt es gesellschaftskristische Elemente, die sich auch auf unsere heutigen Probleme anwenden lassen, aber das ist ja nicht die Kernaussage des Buches. Ich bin ratlos. 

Fazit:
Für mich ein eher mittelmäßiges Buch. Es hatte tolle Höhen, aber auch sehr viele Schwachstellen. Kurz gesagt: erste Hälfte des Buches - toll! Zweite dann eher nicht so. Trotzdem war es ein schönes Buch zum Runterkommen und Abschalten, aber ob ich den zweiten Teil lesen werde, steht jetzt noch in den Sternen. 


3 von 5 Sternen

Und hier bekommt ihr es. ☺
 Amazon 
 Thalia 

Vielen Dank an den Bastei Lübbe und ONE Verlag für dieses Rezensionsexemplar! ♥ 
Somit zählt diese Buchbesprechung offiziell als Werbung. Ich betone aber, dass niemand meine Meinung erkauft.